Autolack: Dicke bzw. Stärke messen - mit Lacktester / Autolack Tester

29.07.2016 14:15 von Service-Team

Mit einem Auto-Lacktester lässt sich die Dicke bzw. Stärke der Lackschicht und Spachtelschicht in μm (Mikrometer) messen. Das Ergebnis liefert wertvolle Hinweise zum Lackzustand – original, gespachtelt und neu lackiert oder dünn – sowie zum Lack-Untergrund, z.B. für eine anstehende Autopolitur mit der Poliermaschine.

Für die Beurteilung des Lackzustandes bzw. des Lackaufbaus können folgende Richtwerte genutzt werden:

  • Lackschichtdicke bis 100 μm: Lackschicht ist zu dünn
  • Lackschichtdicke 100-200 μm: Original-Lackschicht
  • Lackschichtdicke 200-300 μm: Der Original-Lack wurde nachlackiert
  • Lackschichtdicke 300-600 μm: Dünne Spachtelschicht und neu lackiert
  • Lackschichtdicke 600-750 μm: Dicke Spachtelschicht und neu lackiert

Mit einem Autolack-Tester bleibt keine noch so gut ausgeführte Reparatur und Nachlackierung verborgen – für mehr Sicherheit beim Gebrauchtwagen-Kauf. Ein nachlackiertes Fahrzeug muss qualitativ nicht schlechter sein, aber man sollte vor dem Kauf wissen, dass es nachlackiert wurde.

Der günstige Autolack-Tester von CLEANEXTREME arbeitet rein mechanisch und ist somit jederzeit einsatzbereit. Ein Magnet entwickelt, abhängig von der Dicke der Lack- / Spachtelschicht, eine unterschiedliche Haftkraft. Dieser Magnet zieht bei der Anwendung eine Skala aus, auf der die Schichtstärke ablesbar ist. Zeigt die Anzeige des Lacktesters 0, haftet der Magnet nicht auf der Oberfläche. Diese ist demnach nicht magnetisch und besteht dann vermutlich aus Aluminium oder Kunststoff.

Weitere Einsatzmöglichkeit dieses Lacktesters:

Material-Erkennung unter der Lackschicht (Stahlblech: magnetisch; Aluminium und Kunststoff: nicht magnetisch). Insbesondere vor der Fahrzeug-Politur ist eine Information über den Untergrund der Lackschicht wichtig – um den Politur-Vorgang optimal anzupassen und Oberflächen-Beschädigungen zu vermeiden. Durch die magnetische Funktion des Autolack-Testers werden Kunststoffe und Aluminium sofort erkannt (nicht magnetisch, Anzeige Lacktester 0).

Durch die Identifikation des Lack-Untergrunds können wichtige Parameter bei der Fahrzeug-Politur berücksichtigt werden:

  • Unterschiedliche Temperaturaufnahmen des lackierten Grundmaterials: Stahlblech, Aluminium, Kunststoff
  • Temperaturentwicklung des Materials während der Politur: Zu hohe Temperatur, bzw. zu schnelle Temperatur-Entwicklung, birgt die Gefahr von Blasenbildung auf der Lackoberfläche, „herunterreißen“ der Lackoberfläche vom lackierten Grundmaterial und des Durchpolierens (insbesondere bei Kanten). Desweiteren drohen Strukturveränderungen der lackierten Oberfläche bei zu warmem bzw. zu heißem polieren (sogenannte „Froschbildung“).

Hintergrundwissen zum lackierten Basis- / Grundmaterial:

  • Stahlblech: Sehr gute Temperaturaufnahme. Die Temperaturen auf der Lackoberfläche sollten beim Polieren nicht über 50 Grad steigen, in Ausnahmefällen sind kurzfristig auch 70 Grad möglich. Verformungen des Materials durch zu hohe Polier-Temperaturen („Froschbildung“) bilden sich in der Regel wieder in ihre Ursprungsform zurück (Memory-Effekt).
  • Aluminium (nicht magnetisch): Gute Temperaturaufnahme. Die Temperaturen auf der Lackoberfläche sollten beim Polieren keinesfalls 50 Grad übersteigen. Verformungen („Froschbildung“) bilden sich nicht mehr in die Ursprungsform zurück.
  • Kunststoff (nicht magnetisch): Schlechte Temperaturaufnahme. Die Temperaturen auf der Lackoberfläche sollten beim Polieren keinesfalls 50 Grad übersteigen, bei Kanten ist dieser Wert bereits kritisch. Es drohe Blasenbildung der Lackoberfläche, „herunterreißen“ der Lackoberfläche von der lackierten Kunststoffoberfläche und das Durchpolieren (größte Gefahr bei Kanten, z.B. an Front- und Heckschürzen).


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